Heuschnupfen, allergisches Asthma & Hausstaubmilben

07.07.2021

Viele Menschen werden von Heuschnupfen oder Allergien gegen Hausstaubmilben geplagt. Juckreiz, Niesen, verstopfte Nase, Kopfschmerzen: Als Allergiker kennt man viele unangenehme Symptome. Der Zusammenhang zur Kieferorthopädie ist allerdings nicht sofort ersichtlich.

Frühlingszeit ist Pollenzeit! Ist Heuschnupfenzeit! Für viele Menschen ist das ein echtes Problem. Denn sie reagieren allergisch auf Blütenstaub. Verstopfte, laufende Nasen, rote, juckende Augen sind häufig die Folge. Weil frühere Generationen die Ursache des Phänomens noch nicht kannten, es aber vornehmlich beim Heu-Machen beobachteten, gaben sie ihm einen scheinbar treffenden Namen. Die allergischen Reaktionen können aber ganzjährig auftreten. Medizinisch korrekt spricht man von „allergischer Rhinitis“ oder „Rhinokonjunktivitis“. Diese Namen beziehen sich auf das hauptsächliche Symptom der verstopften Nase bzw. auf die zugrundeliegende Entzündung der dort sitzenden Schleimhäute. Heuschnupfen ist mehr als unangenehm.

 

Allergie, Kieferwachstum und Zähne: Wie hängt das zusammen?

Eine Allergie ist für den Körper belastend. Man schläft schlecht, ist angespannt und beißt womöglich unbewusst die Zähne zusammen. Die Folge können daher auch Zahnschmerzen, eine verkrampfte Kiefermuskulatur,  Verspannungen, Kopfschmerzen und manchmal auch Zahnfleischprobleme sein.

Eine verstopfte Nase führt zu Mundatmung, einer unphysiologischen Zungenlage und langfristig zu einem ungünstigen Kieferwachstum

 

Studien konnten zeigen, welche negativen Effekte bei Kindern bei der Entwicklung des Gesichtsschädels und des Kieferwachstums durch die gestörte Nasenatmung und damit verbundene Mundatmung auftreten können. Lange schmale Gesichter, ein hoher Gaumen mit schmalem Oberkiefer, Kreuzbisse oder die Kippung der oberen Schneidezähne Richtung Lippe können die Folge sein. Auch die gesamtsystemischen Folgen durch die verminderte Sauerstoff-Aufnahme durch die Nase sind immens. Nur durch die Nase kann ein Maximum an Sauerstoff in die Zellen aufgenommen werden.

Warum ein trockener Mund gefährlich sein kann

Dazu kommt ein weiteres Problem, wenn man wegen der verstopften Nase vermehrt durch den Mund atmet: Mund- und Rachenschleimhaut trocknen zunehmend aus. Durch den ausbleibenden Speichel fehlt den Zähnen ein wichtiger Schutz. Denn der Speichel übernimmt eine Reinigungsfunktion. Er enthält Ionen wie Kalzium, Natrium oder Fluorid. Ohne Speichel werden Viren, Bakterien und Essensreste nicht mehr fortgespült, die körpereigenen Antikörper sind reduziert, und Säuren im Essen werden nicht mehr ausreichend neutralisiert. Als Folgen von trockenem Mund können sich daher Mundgeruch, Entzündungen der Mundschleimhaut und Karies entwickeln.

Was tun bei Heuschnupfen?

Um Heuschnupfen vorzubeugen, sollte man als Allergiker ein paar Tipps beachten. Hausarzt, HNO-Arzt, Hautarzt oder der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie beraten zu den verschiedenen Behandlungsmethoden wie etwa einer spezifischen Immuntherapie (SIT), auch „Hyposensibilisierung“ genannt, Atemtherapien sowie den verschiedenen Medikamenten, die die Allergie-Beschwerden lindern: z. B. Antihistaminika oder Kortison. 

Medikamente bekämpfen nicht die Ursache der Allergie, sondern mildern nur die Symptome ab. Darüber hinaus ist es auch eine sinnvolle Strategie, den Kontakt mit den allergieauslösenden Stoffen so gut es geht zu reduzieren. Diese Strategie nennt man auch Allergenkarenz.

Was ist Buteyko?

Die Buteyko- Methode ist eine von Professor Dr. Konstantin Buteyko entwickelte einfache Atemtechnik. Der russische Arzt hatte festgestellt, dass zu tiefes Atmen den Stoffwechsel beeinträchtigt und den Körper anfällig für Krankheiten macht. Die Atemmethode erhöht die Sauerstoffaufnahme in die Zellen und bewirkt so eine höhere Leistungsfähigkeit. Eine kontrollierte Atmung hilft auch bei Asthma, Panikattacken und Schlafstörungen.

 

Unser mykie-Team mit Dr. Stephanie Wodianka, Lisa Quassdorf und Yvonne Peters berät Sie dazu gerne!

 

 

Tipps bei Heuschnupfen/Pollenallergie:

 

  • Ziehen Sie sich abends vor dem Schlafzimmer aus und deponieren Sie Ihre Straßenkleidung außerhalb des Schlafbereichs.
  • Waschen Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare.
  • Wenn Sie in der Stadt wohnen, vermeiden Sie vormittags und mittags Spaziergänge im Freien, zu diesen Zeiten ist dort die Pollenkonzentration am höchsten. Auf dem Land kann die Pollenkonzentration hingegen abends höher sein. Lüften Sie also dort lieber erst ab dem Nachmittag. Prüfen Sie, welche Lüftungszeiten an Ihrem Wohnort geboten ist.
  • Nutzen Sie Gesichtsmasken, Sonnenbrillen und Schals, um Ihre Atemwege zu schützen.
  • Installieren Sie Pollenschutzgitter, sie filtern Pollen aus der Luft. Gleichzeitig verhindern sie aber auch einen zügigen Luftaustausch, wodurch die Lüftungszeiten erhöht werden. Auch Luftreinigungsgeräte sind sinnvoll.
  • Fahren Sie Auto mit geschlossenem Fenster und nutzen Sie – wenn vorhanden – Ihre Klimaanlage.
  • Urlaub verbringen Sie am besten in pollenarmen Regionen, z.B. auf Inseln, am Meer oder in Hochgebirgslagen.
  • Schlagen Sie nach, auf welche Pflanzenfamilien Sie allergisch reagieren. Zu Birkengewächsen zählen neben Birken z.B. auch Erlen sowie die Unterfamilie der Haselnussgewächse (Haseln, Hain-, Hopfen- und Scheinhopfenbuchen). Kreuzallergien sind hier möglich.

 

Das hilft gegen Mundtrockenheit

  • Viel trinken: Besonders Wasser und zuckerfreie Tees eignen sich gut, um den Mundraum feucht zu halten. Vermeiden Sie den Konsum säure- und zuckerhaltiger Getränke, sie begünstigen Mundtrockenheit und wirken außerdem schädlich auf den Zahnschmelz.
  • Buteyko-Atemtherapie: Lippenschluss & Nasenatmung können unterstützt und trainiert werden!
  • Gut kauen: Schlucken fällt bei trockenem Mund schwer. Was gut gekaut wurde, ist leichter herunter zu schlucken.
  • Speichelfluss anregen: Nutzen Sie zuckerfreie Zahnpflege-Kaugummis oder lutschen Sie zuckerfreie Drops. Sie regen den Speichelfluss an.
  • Rauchen stoppen: Rauchen trocknet Ihren Mund besonders stark aus. Verzichten Sie darauf.
  • Mundhygiene ernst nehmen: Um Ihre Zähne vor Karies zu schützen und Mundgeruch vorzubeugen, nutzen Sie regelmäßig Zahnbürste, Zahnseide und Mundspülung.

 

Quellen:

  • J I, Simpson E L: Association between severe eczema in children and multiple comorbid conditions and increased healthcare utilization. Pediatr Allergy Immunol. 2013 Aug;24(5):476-86.
  • SmirnovaJ, MontgomeryS, LindbergM, SvenssonÅ, von KobyletzkiL: Associations of self-reported atopic dermatitis with comorbid conditions in adults: a population-based cross-sectional study. BMC Dermatol. 2020 Dec 17;20(1):23.
  • LuzziV, Ierardo G, Viscogliosi A, Fabbrizi M, Consoli G, Vozza I, Vestri A, Polimeni A: Allergic rhinitis as a possible risk factor for malocclusion: a case-control study in children. Int J Paediatr Dent. 2013 Jul;23(4):274-8.
  • AbeM, Mitani A, Yao A, Zhang C-D, Hoshi K, Yanagimoto S: Close Association between Awareness of Teeth-Alignment Disorder and Systemic Disorders in Late Adolescence. Healthcare (Basel). 2021 Mar 26;9(4):370.
  • Zhao Z, Zheng L ,Huang X, Li C, Liu J, Hu Y: Effects of mouth breathing on facial skeletal development in children: a systematic review and meta-analysis. BMC Oral Health. 2021 Mar 10;21(1):108.
  • Farronato M, Lanteri V, Fama A, Maspero: Correlation between Malocclusion and Allergic Rhinitis in Pediatric Patients: A Systematic Review.C.Children (Basel). 2020 Nov 27;7(12):260.
  • Das Gesundheitsportal medondo.health
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